Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 ... 23 >>
12. bis 16. März 2012
Am Morgen des 12. Märzes trennen sich unsere Wege abermals. Während ein Teil von uns nach Davao fährt, um im Büro von terre des hommes (Link) und Netsco eine erste Zusammenfassung unserer Reiseerlebnisse zu präsentieren und zu diskutieren, brechen die Anderen nach Arakan auf, wo der ermordete Fr. Fausto Gemeindepfarrer war. Er wurde dort vor dem Pfarrhaus ermordet. In Arakan findet ein Austausch mit Mitarbeiter/innen der Pfarrei und Fr. Giovanni zur Ermordung des Priesters und den Bergbau- und Staudammprojekten in der Region statt. Ähnlich wie Tulunan gibt es auch in Arakan eine lokale Resolution gegen jegliche Art von Bergbau. Die Davao-Gruppe erhält dafür nach einer ausgiebigen Diskussion mit vielen Gruppen, die zu Bergbau- oder Umwelt-Themen arbeiten - so gibt es in Davao einen sehr lebhaften Protest gegen Kohlekraftwerke - das Privileg, erstmals seit Wochen wieder einen deutschen Tatort (Münsteraner Tatort) zu sehen, dessen Skurrilität den philippinischen Freunden allerdings bei der Übersetzung nur schwer zu vermitteln ist.
Am 13. März treffen wir wieder alle in Davao zum Abschlussgespräch mit Lory zusammen. Viel zu schnell heißt es erneut Abschied zu nehmen und wir fliegen zurück nach Manila. Der Aufenthalt in Manila ist geprägt von Gesprächen mit Organisationen und Persönlichkeiten, die sich für das alternative Bergbaugesetz und ein Moratorium für alle neuen Bergbaulizenzen einsetzen.
So treffen wir z.B. Bishop Broderick Soncuaco Pabillo (stellvertretend für die Catholic Bishops Conference of the Philippines) in Intramuros oder den Kongressabgeordneten (Distrikt Ifugao) Hon. Teddy Brawner Baguilat im House of Representatives. Beiden stellen wir kurz unsere Erlebnisse und Erfahrungen vor, gelangen dann aber sehr schnell in eine Diskussion, wie wir das Anliegen unserer Partner/innen unterstützen können.
Gut vorbereitet von Alyansa Tigil Mina (http://www.alyansatigilmina.net/) findet am Tag unserer Abreise dann noch ein Pressegespräch statt, bei dem unter anderem TV- und Print-Medien vor Ort sind, sowie ein Radio. Im Anschluss daran geht es erschöpft, aber glücklich mit dem Wissen um drei sehr erlebnisreiche Wochen wieder zurück nach Deutschland.
Medien Reaktionen:
Radio: Radio Veritas report Print: http://www.manilatimes.net/index.php/sunday-times/the-sunday-times-magazines/19452-german-study-group-bewails-militarization-in-tampakan http://www.journal.com.ph/index.php/news/national/26140-rights-violation-in-tampakan-hit http://www.sunstar.com.ph/manila/local-news/2012/03/17/probe-rights-violations-tampakan-mining-site-pushed-211756 Online: http://www.mindanaoexaminer.com/news.php?news_id=20120316003324 http://www.cathnewsphil.com/2012/03/19/german-group-urges-probe-of-abuses-near-mines/ http://www.isuma.tv/indigenous-peoples-issues-and-resources/philippines-german-study-group-bewails-militarization-in http://www.silobreaker.com/german-study-group-bewails-militarization-in-mindanao-5_2265557340184903789 http://hronlineph.com/2012/03/16/press-release-german-study-group-bewails-militarization-in-tampakan-atm/ http://indigenouspeoplesissues.com/index.php?option=com_content&view=article&id=14300:philippines-german-study-group-bewails-militarization-in-tampakan&catid=32:southeast-asia-indigenous-peoples&Itemid=65
And in Norway:
http://galdu.org/web/index.php?odas=5688&giella1=eng
4. bis 6. März 2012 - Baguio (Benguet Provinz) und Quezon City (NCR)
Am Vormittag des 4. Märzes findet in Baguio die Abschlusskonferenz mit Vertreter/innen der Gruppen statt, die diesen ersten Teil der Reise für uns organisiert haben. Zum Anschluss fassen wir unsere augenscheinlichen Eindrücke zusammen und erfahren noch einiges an Hintergründen, die für uns Kurz-Zeit-Besucher/innen so nicht ersichtlich waren. Es gibt einen regen Austausch und es scheint, dass beide Seiten von unserem Besuch profitieren konnten. Auch für Personen in unserer Gruppe, die sich schon länger mit Bergbau beschäftigen, war das Eintauchen in die Small-Scale-Mining (kleinschürfer/innen) Gemeinschaften ein besonderes Highlight, dass uns Erkenntnisse gewinnen ließ, mit denen wir vorher nicht gerechnet haben. Auf der anderen Seite konnte aber auch Erfahrungen von uns - seien sie aus Deutschland, den Philippinen oder Papua-Neuguinea - wiederum den Partner/innen vor Ort hilfreich sein.
Bis zur Abfahrt am nächsten Tag haben wir jetzt frei und können uns auch den schönen Seiten der Philippinen widmen, wie z.B. dem Abschlussabend des jährlichen Flower-Festivals in Baguio und dem Besuch eines kleinen Freilichtmuseums (Tam-awan Village).
Nach einer kurzen Standrundfahrt am anderen Tag geht es am 5. März nach Manila, wo wir uns abends noch mit dem Koordinator der Anti-Mining Campaign des Philippine Misereor Partnership, Mario Maderazo, treffen. Letztes Jahr hatte das philippinenbüro Mario Maderazo als Sprecher für eine Rundreise eingeladen und mit ihm unter anderem Menschenrechtsreferentinnen von Bundestagsfraktionen sowie das Auswärtige Amt besucht (vgl. www.philippinenbuero.de). Wir essen und übernachten erneut bei PGX (Link) und freuen uns, weitere Bekannt kurz begrüßen zu dürfen. Am Morgen des 6. Märzes fliegen wir in den Süden, auf die Insel nach Mindanao, wo uns Lory Obal und ihr Mann Abe abholen. Auf Lorys Initiative hin ist 2009 ICON-SP (Intercultural Organization's Network for Solidarity and Peace) gegründet worden. Im Don Bosco Zentrum von Makilala (North Cotabato), wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden, wird uns das Programm der nächsten Tage vorgestellt und wir genießen erneut ein wahnsinnig gutes Abendessen.
7. bis 11. März - South Cotabato, Sultan Kudarat und North Cotabato
Eigentlich war geplant laufend im Blog über unsere Reise zu berichten; daraus ist aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Zum einen fehlte in den ländlichen, abgeschiedenen Regionen der Zugang zum Internet, zum anderen fehlte häufig die Zeit, denn vor allem gegen Ende der Reise haben wir Präsentationen für die Treffen mit NGOs, Politiker/innen, Kirchenvertretern und der Presse vorbereitet. Die Pflege des Blogs ist da leider auf der Strecke geblieben.
Deshalb hier nur ein paar kurze Eintragungen, um schon mal einen Einblick in das Erlebte zu bieten. Eine Report über die Reise wird es u.a. in der kommenden Ausgabe der südostasien (Heft 2; ca. Juni 2012) geben. Eine Zusammenstellung von Links zu Presseberichten wird ebenfalls bald folgen.
27. Februar bis 1. März 2012 - Abra Provinz
Am 27. Februar starten wir in die Cordilleren, im Norden der Hauptinsel Luzon. Unser Ziel war die Provinz Abra, um uns dort über vergangenen, bestehenden und zukünftigen Großtagebau (Large-Scale-Mining) sowie über bestehende Kleinschürferei (Small-Scale-Mining) zu informieren.
Ankunft Samstag 25.02.2012 Manila.
Nach einem langen Flug kommen wir passend zum Mittagessen bei People's Global Exchange an. Nach einer herzlichen Begrüßung genießen wir unser erstes Mahl in den Philippinen. Der Zwischenstopp ist allerdings nur von kurzer Dauer und die Gruppe fährt in Richtung Norden nach Pangasinan, wo wir die nächsten 2 Nächte im HEAL (Haven for Ecological and Alternative Living) der Medical Mission Sisters verbringen werden.
Sonntag 26.02.2012 HEAL
Den ersten Tag unserer Reise verbringen wir zur Einstimmung in der Anlage von HEAL. Hier haben einige Schwestern der Medical Mission Sisters ein Zentrum aufgebaut, in dem nachhaltiges Leben in der Praxis umgesetzt und anderen vermittelt wird. Biolandwirtschaft, Bauten aus lokalen nachwachsenden Baustoffen, erneuerbare Energie, Biodiversität und Null-Abfall-Management sind Lebensphilosophien, die hier gelebt und an Besucher/innen vermittelt werden. Für diese Wissensvermittlung ist der „Earth Walk" ein zentrales Element. Indem wir die zwei Hektar begehen, lernen wir das Gelände und die verschiedenen Lebens-Zonen kennen. Die Schwestern begeistern uns nicht nur mit ihrer Philosophie, sondern auch durch ihre Offenheit und Herzlichkeit. Nebenbei gibt es hier einen der besten Kaffees der Philippinen und wunderbares Essen aus dem eigenen Garten. Wer sich für das Projekt interessiert sollte unbedingt die Website checken: HEAL
Die Vorbereitungen haben sehr lange gedauert, doch ab morgen fährt eine kleine, private Reisegruppe aus dem philippinenbüro-Umfeld in die Philippinen. Darunter sind langjährige Philippinen-Expert/innen, aber auch Personen, die das Land zum ersten oder zweiten Mal bereisen. Ziel ist es, sich tiefergehend mit den Auswirkungen von Bergbau in dem Land zu beschäftigen. Dazu reist die Gruppe zum einen in die Cordillera Region, einer Region, in der schon seit Jahrhunderten - wenn nicht seit Jahrtausenden - Bergbau betrieben wird (vgl. Breininger / Reckordt (2011): Rohstoffrausch - Die Auswirkungen von Bergbau in den Philippinen). Hier wird man mit lokalen Partner-Organsationen und vom Bergbau betroffene Gruppen zusammentreffen und Erfahrungen austauschen.