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Deutsche Bank Tochter DWS zieht Konsequenzen aus Anschuldigungen gegen thailändischen Zuckerkonzern

08.03.11

Permalink 12:53:38, Kategorien: Europa-Asien, Thailand, Südostasien, Klima/Umwelt E-Mail , 313 Wörter   German (DE) latin1

Deutsche Bank Tochter DWS zieht Konsequenzen aus Anschuldigungen gegen thailändischen Zuckerkonzern

DWS stößt Beteiligungen an KSL ab
Deutsche Bank Tochter DWS zieht Konsequenzen aus Anschuldigungen gegen thailändischen Zuckerkonzern

Köln, 7.3.2011. Ende 2010 hatte die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN nachgewiesen, dass die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank DWS über mehrere ihrer Finanzprodukte Beteiligungen an dem thailändischen Zuckerkonzern KSL gehalten hatte. Der Konzern ist in Kambodscha in die Vertreibung von über 400 Bauernfamilien verwickelt. Organisationen vor Ort und auch die Vereinten Nationen haben dies schon umfassend in 2008 dokumentiert. Laut aktuellen Informationen des Politmagazins Report Mainz, welches den Fall an die Öffentlichkeit gebracht hatte, hat die DWS nun aufgrund der umfassenden Vorwürfe, die von KSL nicht entkräftet werden konnten, ihre Anteile am Konzern verkauft.

Fortsetzung:

„Wir begrüßen die Entscheidung der DWS, klare Konsequenzen zu ziehen," erklärt Roman Herre, Agrarreferent bei FIAN. Auf der anderen Seite sieht FIAN die Gefahr, dass sich der Finanzdienstleister seiner Verantwortung entledigt. 2008 beispielsweise war die Deutsche Bank fünftgrößter Anteilseigner des Zuckerkonzerns und ist damit mitverantwortlich für deren Aktivitäten. „Der Verkauf der Anteile darf nicht dazu führen, dass sich die DWS ganz aus der Affäre zieht." FIAN fordert die Fondsgesellschaft auf, sich weiter für eine echte Lösung des Land-Konflikts einzusetzen.

Die DWS sollte diesen Fall zudem nutzen, um ihre Anlagestrategien grundsätzlich zu überprüfen. „Die DWS muss in Zukunft genauer prüfen, in welche Firmen sie investiert," so Herre. Insbesondere im Agrarsektor, in dem Berichte über Menschenrechtsverletzungen, ausbeuterische Arbeiter, Landraub und Umweltzerstörungen an der Tagesordnung sind, sollten Investoren wie die DWS ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und im Zweifel nach dem Vorsorgeprinzip vorgehen. „Können sie Menschenrechtsverletzungen nicht ausschließen, sollten sie Konzerne nicht finanzieren." Aktuell investieren sie eher nach dem Motto ‚was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß', wie auch das Beispielsweise Olam International zeigt. Dieser Konzern, der auch durch DWS-Fonds finanziert wird, hat sich nach eigenen Angaben jüngst 300.000 Hektar Land im zentralafrikanischen Saat Gabun gesichert. „Die DWS sollte hier nachweisen, dass ihre Fonds nicht an Vertreibungen von Kleinbauern beteiligt sind," so Roman Herre.

 

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